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Aus der Zeitung ...

Restaurantkritik/Bericht

Eine Knolle spielt hier die Hauptrolle

Im Restaurant Kartoffel an der Südlichen Fürther Straße dreht sich alles um die vielseitigen Erdäpfel

NÜRNBERG – Nur wenige Lebensmittel lassen sich so vielseitig einsetzen wie die Kartoffel. Ob gekocht, gebraten, gerieben, als Kloß oder zerstampft – es ist kein Problem aus Gerichten mit der Knolle eine komplette Speisekarte zu bestücken. Und dabei braucht das Gemüse keineswegs nur eine Nebenrolle neben Braten, Schnitzel oder Sülze zu spielen.

Das Restaurant Kartoffel in der Südlichen Fürther Straße hat sich seit 1985 ganz und gar dem Erdapfel verschrieben. Seit neun Jahren führt Thilo Riedl das gemütliche Lokal, das seine Gäste mit einem ruhigen, idyllischen Garten überrascht, den man mitten in Gostenhof nicht erwarten würde. Riedl legt Wert auf frische Zutaten, weshalb er den täglichen Einakuf für sein Restaursant am liebsten selbst erledigt. An die Seite seiner Kartoffelvariationen stellt er gerne saisonale Spezialitäten wie Spargel, Pilze oder Gänsebraten.

Für die SONNTAGSBLITZ-Leser hat er sein Rezept für «Pfiffige Doppeldecker» verraten, gefüllte Backers mit Pfifferlingen.

Zutaten: für die Backers
4 mittelgroße Kartoffeln
2 Eier
Salz, Pfeffer, Muskat
Öl, Butter.
für die Füllung:
200 g frische Pfifferlinge
1 rote Paprikaschote
100 g Magerquark
50 g Magermilchjoghurt
Saft einer halben Zitrone
1 Knoblauchzehe
etwas Schnittlauch,
Petersilie und Dill
Salz, Pfeffer, Olivenöl
etwas Weißwein

Die Kartoffeln waschen, schälen und mittelgrob reiben. Die Masse in einem Passiertuch ausdrücken, bis keine Flüssigkeit mehr vorhanden ist. Dann Eier, Salz, Pfeffer und Muskat zugeben und gut vermengen. Die Pfifferlinge putzen (nicht waschen) und gegebenenfalls etwas klein schneiden.

In Öl anbraten

Paprika würfeln und beides in einer mittelheißen Pfanne mit Olivenöl anbraten. Zum Schluss würzen und mit Weißwein ablöschen.

Die Kräuter und den Knoblauch hacken und mit Quark und Joghurt vermengen. Würzen und abschmecken. Den Zitronensaft nach Bedarf noch unterrühren.

Eine Pfanne mit Öl und Butter aufsetzen und die Backers darin ausbraten. Pro Person zwei Stück. Die fertigen Backers auf Küchenkrepp legen und mit Kräuterquark bestreichen. Auf jeweils einen Backers Pfiffer und Paprika geben und den anderen Backers als Deckel obenauf legen. Mit Salat garnieren und genießen.

16.08.2009



Restaurantkritik/Bericht aus der NN

Bahn frei, Kartoffelbrei

Erdäpfel-Lokal serviert wie immer

Wenn irgendwo in China ein rostiges Fahrrad umfällt, ist uns das globalisierungstechnisch Wurst. Sperrt aber in Fürth, was zugegebenermaßen geografisch ein wenig näher liegt, ein Kartoffel-Restaurant zu, da zuckt man in Nürnberg schon mal zusammen. «Die Kartoffel lebt», gibt der Nürnberger «Kartoffel»-Wirt Thilo Riedl da schnell als Parole aus, damit ihm das Aus der «Kartoffel» in Fürth nicht die Kundschaft vertreibt.

Riedl hat sein originelles Lokal in der Südlichen Fürther Straße 29 vor sechs Jahren von Vorgängerin Heidi Sänger übernommen. Sie hat soeben in der Fürther Gustavstraße das Handtuch geworfen beziehungsweise die letzte Kartoffel geschält. Gesundheitliche Gründe gibt die Wirtin für ihren Ausstieg an. Doch auf Nürnberger Terrain, gleich hinterm Plärrer, ist die gastronomische Welt laut Thilo Riedl noch in Ordnung. Das freut uns schon mal ganz prinzipiell.

Tagein, tagaus kommt hier auch in Zukunft der Erdapfel in allen möglichen Variationen auf den Tisch. Von Backers über Puffer bis zur Kartoffelpizza, vom Kartoffelschnaps über Kartoffelsalat bis zur klassischen Pellkartoffel mit Backsteinkäse gibt es hier alles, was man aus den braunen Erdfrüchten mit einiger Fantasie herstellen kann. Einen Biergarten am kleinen Sandsteinhaus gibt es auch. Demnächst wird er vielleicht mal wieder zu benutzen sein. Die Speisekarte, garantiert kein Kartoffeldruck, ist im Internet nachzulesen.

Claudine Stauber

30.03.2006

Die Knolle in all ihren Formen

KULINARISCH
Zu Gast inder Nürnberger „Kartoffel“.
Ein Gemüse, viele Möglichkeiten


VON LISAKRÄHER, MZ
NR. 7 EIN GASTHAUS

Für ein gutes Abendessen lohnt es sich, die Oberpfalz auch mal zu
verlassen. Wer nicht weiß wohin, kann sich auf den Weg nach Nürnberg
machen. Dort gibt es ein Restaurant, in dem der Name
Programm ist: die „Kartoffel“.
Seit über 20 Jahren bekommt man hier den Erdapfel in allen nur denkbaren
Variationen.
Die Gaststube der „Kartoffel“ erinnert etwas an ein uriges Puppenstübchen.
Mit viel Holz und nostalgisch anmutenden Küchenutensilien an der
Wand. Was sich der Wirt dabei dachte, zur Dekoration Plastikbäume, an denen
Plastikkartoffeln hängen, aufzustellen, erschließt sich mir jedoch nicht.
Viel Zeit darüber nachzudenken habe ich auch nicht, denn schon steht
Üppiges auf unserem Tisch. Zuerst gibt es die traditionelle Kartoffelsuppe,
die von Großmutters nicht weit entfernt ist und durch die Räucherlachsstückchen
noch etwas aufgepeppt wird. Dazu gibt es – was sonst – Kartoffelbaguette.
Meine Begleitung wählt die „Backers Italienisch“ mit Oliven, Zwiebeln und
viel Knoblauch. Zum Hauptgang machen sich kross angebratene Pangasiusfilets
auf einem Curry-Fenchel-Gemüse breit. Sogar ich
– nicht gerade eine große Fenchelliebhaberin – bin überzeugt von der exotischen
Geschmackskombination. Ein besonderes Angebot nimmt mein Gegenüber
wahr. Wer nicht immer genau das will, was auf der Karte steht,
der kann sich in der „Kartoffel“ sein Menü selbst zusammenstellen.
Die Entscheidung fällt auf Farmerkartoffeln und Hühnchenbrustfilet. Gut gewürzt
und deftig. Dazu gibt es cremigen Kräuterquark, in dem man das
Ganze dann versenken kann. Durch die sättigende Knolle ist bald
nicht mehr viel Platz in unseren Mägen. So wird das Dessert brüderlich geteilt.
Alleine dieses würde fast schon als Hauptgericht durchgehen: Ein warmer
Kartoffelpfannkuchen legt sich um eine Liaison aus Eis und Frucht.
Und weil das alles ja noch nicht süß genug ist, lässt der Koch zusätzlich etwas
Puderzucker und Schokosoße auf auf den Palatschinken regnen. Fast
hätte ich den Namen des Lokals vergessen, hätte man mir nicht zum Espresso
danach eine Marzipankartoffel serviert.

Mittelbayerische Zeitung Oktober 2008